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Buten und Binnen, vom 10.11.2017

Für diese Verkehrsprojekte will Bremen Millionen vom Bund

50 Milliarden Euro für moderne Mobilitätskonzepte. Das wollen die Verkehrsminister vom Bund. Bremen hätte da ein paar Ideen, wofür es seinen Anteil ausgeben würde.

Elektrobuse der BSAG auf dem Bremer Marktplatz.
Mehr Elektrobusse – das ist eine Möglichkeit wie in Bremen zusätzliches Geld aus Berlin für moderne Mobilität investiert werden könnte. Bild: BSAG

Die Verkehrsminister der Länder fordern ein „Nationales Investitionsprogramm Mobilität“. Der Bund solle über zehn Jahre insgesamt 50 Milliarden Euro für eine „nachhaltige Modernisierung der Mobilität in Deutschland“ bereitstellen, wie es im Beschluss der Verkehrsministerkonferenz in Wolfsburg heißt.

Bremens Verkehrs- und Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne) begrüßt im Gespräch mit buten un binnen das Ergebnis der Ministerrunde. Mit dem Geld ließen sich in Bremen und Bremerhaven viele Ideen umsetzen. Lohse nannte diese fünf Beispiele:

1 Neue Weserbrücke

Bau einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Weser nahe der „Umgedrehten Kommode“. So könnten unter anderem Neubaugebiete wie die Gartenstadt Werdersee besser angebunden werden.

2 Mehr Elektrofahrzeuge

Umrüstung der BSAG-Flotte und von Fahrzeugen der öffentlichen Verwaltung auf Hybrid- und Elektroantriebe.

3 Infrastruktur für E-Autos

Mehr Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. „Man könnte versuchsweise in einigen Stadtteilen Ladeanschlüsse in Straßenlaternen einbauen“, sagte Lohse. Ein großes Problem für die Elektromobilität in Innenstädten sei, dass aus Mehrparteienhäusern der Strom nicht zu den Autos komme. „Da könnten Straßenlaternen mit entsprechenden Vorrichtungen eine Lösung sein.“

Ein PKW wird an einer Straßenlaterne aufgeladen
Ein Berliner Startup testet zurzeit Techniken, um E-Autos an Straßenlaternen zu laden. Mit viel Glück könnte die Idee in Bremen Wirklichkeit werden. Bild: ubitricity

4 Weniger Belastung durch Schiffsemissionen

„In Bremerhaven könnte mit Bundeszuschüssen eine Landstromversorgung für Schiffe ausgebaut werden“, fuhr Lohse fort. Bislang müssten die Schiffsmaschinen auch nach dem Festmachen weiterlaufen, um die Stromversorgung an Bord aufrecht zu erhalten. Mit einer Elektrizitätsversorgung von Land könnte die Motoren abgeschaltet und die Emissionen gesenkt werden.

5 Geld für die „Grüne Welle“

„Es gibt Konzepte für einen optimierten Verkehrsfluss, die aber teuer sind“, sagte Lohse weiter. Die Digitalisierung könnte mit zusätzlichen Geldern vorangetrieben werden, damit Ampelschaltungen sich dem Verkehrsaufkommen anpassten und Autofahrer weniger stoppen und anfahren müssten.

Die Forderung der Verkehrsminister richte sich an eine neue Bundesregierung, ergänzte der Senator. „Die jetzige Regierung kann keine Versprechen machen.“

Verkehrssenator Joachim Lohse
Verkehrssenator Joachim Lohse hofft auf jährlich 50 Millionen Euro für Verkehrsprojekte in Bremen.

Sollte Berlin tatsächlich irgendwann fünf Milliarden jährlich für Verkehrsprojekte in allen Ländern bereitstellen, rechnet Lohse für Bremen mit einem Anteil von etwa 50 Millionen Euro. „Damit lassen sich viele Brücken bauen.“ Basis dafür wäre der Königsteiner Schlüssel, der unter anderem Wirtschaftskraft und Einwohner der einzelnen Länder berücksichtigt und der in vielen Fällen als gerechter Verteilungsschlüssel innerhalb Deutschlands angewandt wird.

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